Gutshaus Neparmitz

Vortrag zur Klostergeschichte

Im Schlussvortrag am 01. Oktober um 19 Uhr (in der Aula der Realschule „Am grünen Berg“, Störtebekerstraße 8c) fragt Prof. Dr. Sabine Bock: „Wo kamen die Stiftdamen des evangelischen Damenstifts Bergen auf Rügen her?“. »Es gab vor 1945 mehr als zweihundert ritterschaftliche Güter auf der Insel Rügen, eine Dichte, wie sie sonst im Ostseeraum nicht noch einmal vorkommt. Nicht jede Tochter eines Rittergutsbesitzers konnte angemessen verheiratet werden, sie mussten anderweitig standesgemäß versorgt werden.

Nach der Reformation beschloss der pommersche Landtag 1569 in Wollin, dass das Bergener Kloster zusammen mit den Nonnenklöstern in Stolp, Marienfließ, Verchen und Kolberg als »Zuchtschulen und zum Unterhalt für adelige Jungfrauen« beibehalten werden sollte. Die Bergener Stiftsdamen stammten zwar ausnahmslos aus rügenschen Adelsfamilien, lebten aber vor ihrem Eintritt in das Damenstift vielfach nicht auf der Insel. Der »Provinzial-Kalender für Neu-Vorpommern und das Fürstenthum Rügen auf das Jahr 1863« benennt außerordentlich viele »Fernere Expectantinnen«, also außerhalb wohnende Anwärterinnen auf eine der Konventualinnen-Stellen in Bergen. Ihre Wohnorte waren beispielsweise Mainz, Luxemburg, Neiße, Aschersleben, Potsdam, Charlottenburg oder das ostpreußische Quanditten, aber auch näher gelegene Orten wie Putbus, Stralsund, Franzburg, Greifswald oder Stettin. Entscheidend war aber der kleine Namenszusatz »aus dem Hause«, der sie auf der Insel verortete.

Exemplarisch sollen im Vortrag von Sabine Bock einige der Güter mit ihren Herrenhäusern vorgestellt werden, aus denen die Familien der Stiftsdamen in Bergen kamen. So stammten aus der Familie von Schmiterlöw a.d.H. Neparmitz die Konventualinnen Bertha, Emilie, Franziska und  Louise. Die Schmiterlöws hatten das Gut Neparmitz 1784 erworben, aber schon 1857 wieder verkauft. Ob sie das neue, als Ruine erhaltene Herrenhaus errichtet haben, ist nicht sicher. Auf jeden Fall verbrachten Emilie und Franziska ihre Zeit als Konventualinnen gerne beim Bruder und seiner Familie in Franzburg, wo sie auch beide starben.«

 

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