1933-1945

Bisher gibt es keine Aufarbeitung der Geschichte der Kirchengemeinde Bergen für den Zeitraum 1933 bis 1945.

Schon für das Jahr 1932 wird für die Provinz Pommern ein mehrheitlich „braunes“ Wahlverhalten festgestellt. Bei der Reichstagswahl 1933 erzielt die NSDAP in der Provinz Pommern über 55 % der Stimmen. Die Kirche als Organisationseinheit, hat sich von der Staatskirche der Kaiserzeit zur Volkskirche gewandelt. Eine Distanzierung der Kirche zum Nationalismus und zum Nationalsozialismus hat es in der Zeit der Weimarer Republik bzw. im Dritten Reich nicht gegeben.

Im Bekenntnis für den Nationalsozialismus formierten sich die „Deutschen Christen“. Als Gegenbewegung sah sich die „Bekennende Kirche“, deren Grundsätze auf der Theologischen Erklärung von Barmen (1934) fußten.

Von den in Bergen/Rügen wirkenden Superintendenten währen der Zeit des Nationalsozialismus ist folgendes bekannt.  Ferdinand Gustav Gnade (1926-1938) bezeichnete sich als Nationalsozialist (ohne Parteimitgliedschaft) und war „Deutscher Christ“. Sein Amtsnachfolger Friedrich Lucas (1938-1948) gehörte im Jahr 1944 zum Konvent der Provinzialgruppe Pommern des „Wittenberger Bund“.  Dieser Bund war eine Sammlungsbewegung derjenigen, die sich nicht zu den „Deutschen Christen“ bzw. zur „Bekennenden Kirche“ hingezogen fühlten.

Laut einem Schreiben von Sup. Lucas aus dem Jahr 1940, gehörten eine große Zahl der Pastoren und Mitglieder der Gemeindekirchenräte auf Rügen der NSDAP an.

Aber es gab auch Mitglieder der „Bekennenden Kirche“ in den Gemeindekirchenräten auf Rügen. So in Bergen Anna Ohnesorge, eine in der BK engagierte Frau. Sie leitete in Bergen den Laienbibelkreis der BK.