Unsere Friedhöfe – lebendige Orte der Erinnerung
Unser alter und neuer Friedhof sind Orte der Erinnerung und Ruhe, aber auch der Begegnung sowie Rückzugsorte für Menschen, Tiere und Pflanzen. Es sind multifunktionale Räume, die Artenvielfalt und Trauerbewältigung auf einzigartige Weise vereinen. Ein Spaziergang in naturnaher Umgebung wirkt tröstlich und unterstützt die psychologische Trauerarbeit.
Unsere alten Bäume und Hecken sind wundervolle Biotopstrukturen und bieten vielen Tieren ein Zuhause. Fragen Sie bei Gelegenheit gern einmal Herrn Person, unseren Friedhofsleiter, welche Vogelarten Sie entdecken können. Sie werden erstaunt sein. Die angebrachten Nist- und Fledermauskästen sind zudem alle bewohnt und unsere Eichhörnchen fast handzahm.
Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, ist das Mähen und die penible Laubentfernung ein echter Balanceakt zwischen ästhetischem Anspruch und ökologischer Notwendigkeit. Die regelmäßige Pflege sorgt für ein ordentliches und den Toten gegenüber respektvolles Erscheinungsbild, hat aber oft negative Folgen für die Artenvielfalt und das Bodenleben. Dadurch gehen Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten sowie wertvolle Nährstoffe und Humus verloren.
Sie dürfen gewiss sein, dass unser Anspruch darin besteht, einen würdevollen Ort der Erinnerung zu schaffen und zu erhalten, aber auch Schutz für Nützlinge, Nahrungsquellen, Verbesserung der Bodenfeuchtigkeit und Brutplätze im Blick zu behalten.
Wir möchten Sie bitten, mit einem liebevollen Blick die nicht “ganz perfekten” Ecken zu betrachten und sie nicht als “Nachlässigkeit”, sondern als eine tiefe und stille Lebendigkeit zu entdecken. Der Friedhof ist ein Ort der Übergänge und er erinnert uns daran, dass im Vergehen bereits der Anfang von etwas anderem wohnt. Erlauben wir der Natur, den Verstorbenen nah zu sein. Lassen wir zu, dass der Friedhof nicht nur ein Ort der Vergangenheit ist, sondern eine lebendige Oase, in der Käfer summen, Vögel singen und die Zeit auf wunderbare Weise Wurzeln schlagen darf. Denn dort, wo wir die Natur gewähren lassen, wird die Schöpfung in ihrer reinsten Form sichtbar: im Werden, im Vergehen und in der Erneuerung.
Annett Eberlein
Kriegsgräber
Die Neugestaltung der Kriegsgräberstätten auf dem Alten und Neuen Friedhof, finanziert durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., wurde durch die Stadt Bergen auf Rügen (übertragener Wirkungskreis) beauftragt. Den Bauauftrag hat die Firma ESTRA erhalten. Mit der Planung/Bauüberwachung wurde das Büro Niessen beauftragt.
Die Anlagen sind fertig gestellt. Die Pflege der Anlagen erfolgt im Auftrag der Stadt Bergen auf Rügen.
Auf dem Alten Friedhof soll in Abteilung 6 auf der Flüchtlingswiese mit dem großem Findlingsstein noch eine Erinnerungstafel mit Namen der Kriegsopfer welche, auf Grund einer Überbelegung der jeweiligen Gräber (ca. 200) zu späteren Zeiten, nicht unter das Kriegsgräbergesetz fallen. Diese Tafel ist leider nicht förderfähig und muss über Spenden finanziert werden. Dafür wird ein niedriger 4-stelliger Euro-Betrag nötig sein.

Ebenso muss das Aufstellen der touristischen Hinweisschilder „Kriegsgräberstätte“ in der Billrothstraße und am Tilzower Weg über Spenden finanziert werden. Das Aufstellen eines Hinweisschildes kostet 618,03 €.
Wenn Sie dafür spenden möchten:
Überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das Konto der Ev. Kirchengemeinde Bergen bei der Pommerschen Volksbank eG: IBAN DE81 1309 1054 0005 0407 01 BIC GENODEF1HST
Verwendungszweck: Eigenanteil Kriegsgräber
DANKESCHÖN


Wir danken ganz herzlich allen ehrenamtlichen Helfern, allen voran Herr Zerning, Herr Schreiber, Herr Wollmann für die Herrichtung und Instandsetzung der Gruftanlagen „Familie von Wolffradt“ und „Bürgermeister Pasedag“ auf unserem Alten Friedhof.
Aus den Anlagen sind wahre Prachtstücke geworden und viele Friedhofsbesucher haben sich schon lobend geäußert. Das war ein wirklich toller Einsatz!
S. Hampel
Standfestigkeitsprüfung der Grabsteine
Als Friedhofsträger haben wir nach ständiger Rechtsprechung alljährlich im Frühjahr alle Grabsteine (2025 – 2077 Grabmale) auf ihre Standsicherheit zu überprüfen. Damit leisten wir einen Beitrag zur Verkehrssicherheit auf unseren Friedhöfen. Die Standsicherheitsprüfungen dienen der Unfallverhütung und werden von einem externen Prüfberechtigten durchgeführt.
Die Standsicherheitsprüfung der Grabmalanlagen erfolgt nach den Vorgaben der VSG 4.7 (Unfallverhütungsvorschrift Friedhöfe und Krematorien der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau). Alle nicht standsicheren Grabmalanlagen erhalten einen aufgeklebten grünen Warnhinweis (2023 – 71 Grabmale, 2024 – 82 Grabmale, 2025 – 79 Grabmale).
